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95 SPANISCHE MÄRTYRER

Sterben für die Kranken - die 95 spanischen Märtyrer
Gedenktag am 25. Oktober

Zu Beginn der Wirren des spanischen Bürgerkriegs (1936 bis 1939) wurden in den Monaten Juli bis Dezember 1936 fast 100 Barmherzige Brüder verfolgt und kaltblütig ermordet. Der Bürgerkrieg kostete über eine Million Menschen das Leben. Eine Besonderheit war die systematische Verfolgung von Katholiken seitens der „Roten“. Über 7.000 Geistliche, Nonnen und Mönche kamen ums Leben. Auch bürgerliche Katholiken wurden nicht verschont. Der „neue Mensch“ sollte nach marxistischer Ideologie kein Gebet und keinen Gott mehr nötig haben.

Die Märtyrer

Insgesamt verloren 98 Brüder des Ordens der Barmherzigen Brüder in diesem Bürgerkrieg ihr Leben. 71 von ihnen wurden 1992, 24 im Jahr 2013 seliggesprochen. Sie ereilte ein gewaltsamer Tod aufgrund ihres Glaubens und aufgrund ihrer Hingabe zu den Kranken. Sie waren zwischen 18 und 75 Jahre alt. Bis auf sieben Kolumbianer stammten sie aus verschiedenen Provinzen Spaniens. Neben ihnen wurden auch viele unschuldige Kranke, überwiegend psychisch Kranke und Epileptiker, erschossen.

Dem voraus ging ein Rundschreiben von Generalprior Pater Narzissus Durchschein vom 4. April 1936 an die spanischen Mitbrüder: „... trotz der Beobachtung und Analyse der schwerwiegenden politischen Situation in Spanien, werden unsere Mitbrüder erst dann die Pflege von Kranken beendigen, wenn Autoritäten des Staates die Verantwortung von Pflege und Behandlung übernehmen. ... sie (die Mitbrüder) sollen den Kranken beistehen, bis eine höhere Gewalt sie dazu zwingt, die Kranken zu verlassen. Dies dürfte in manchen Fällen ein heroischer Akt sein aufgrund des derzeit herrschenden Zustands der Anarchie. Doch dies gebietet uns die heilige Pflicht ...“

Der eine oder andere Mitbruder fühlte sich dieser Aufgabe nicht gewachsen, so dass er seinen Arbeitsplatz verließ. Doch die spanischen Ordensgemeinschaften blieben weiterhin in den Krankenhäusern tätig, wohl wissend, welcher Gefahr sie sich aussetzten.

Einige Dienstgemeinschaften der Barmherzigen Brüder wurden nach Demütigungen, Gefangenschaft und Misshandlungen als Gruppe vollständig liquidiert. Andere Brüder wurden von Erschießungskommandos auch einzeln verfolgt, zum Teil bis zu mehrere Monate gefangen genommen und ebenso misshandelt und getötet. In vielen Fällen kamen zunächst Milizen in die Krankenhäuser, um den Hospitalbrüdern qualvolle Demütigungen während des Alltags zuzufügen. Es wurde ihnen hierbei stets unter Arrest- und Gewaltandrohung verboten, zu beten oder die Eucharistie zu feiern.

Die Besonderheit der Märtyrer ist, dass sie in den letzten Augenblicken ihres Lebens im Angesicht des Todes lautstark Gott anriefen und für ihre Verfolger beteten und ihnen verziehen. Sie verloren ihr Leben wegen ihrer Hoffnung, ihres Glaubens und ihres konsequenten Eintretens für die Pflege von Kranken und Bedürftigen.

Die Seligsprechung

Bereits seit 1948 wurden für das Seligsprechungsverfahren der Ordensbrüder Vorbereitungen getroffen, zeitweilig wurden sie aber ausgesetzt. Johannes Paul II. ordnete an, das Verfahren wieder zu eröffnen. Allerdings knüpfte er zwei Bedingungen daran: Die Lebensläufe aller Märtyrer mussten einzeln geprüft werden und die Bedingungen der Martyrien mussten eindeutig religiösen Bezug haben.

Die Dokumentation des Verfahrens ergab die Authentizität der Martyrien gemäß der geforderten drei fundamentalen Kriterien:

  • 1. Die Tatsache eines blutigen Todes durch einen äußeren Umstand
  • 2. „Hass auf den Glauben“ als Motiv auf der Seite des Verursachers des Mordes
  • 3. Die Annahme des Todes durch das Opfer selbst als psychologisch-moralische Selbstbestimmung mit seinen individuellen seelischen Verwicklungen.

Mit der Seligsprechung der Märtyrer des Ordens der Barmherzigen Brüder soll die Bedeutung der Menschen in der Krankenpflege und in der Kranken-Seelsorge bewusst gemacht werden. Die Arbeit der im Gesundheitswesen Tätigen gilt als eines der größten Zeugnisse christlichen Handelns. 

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